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Philosophie
X-Training ist politisch unabhängig. Wir wollen uns in keine Ecke
drängen lassen, sei es Progressive Fighting Systems, JKD, Streetfighting,
Free Fight, Ultimate Fighting, Combat Sambo.... die Liste der Namen lässt
sich beliebig erweitern. Schon viele haben das Prinzip von Crosstraining
erkann. Der wohl berühmteste aller war Bruce Lee, obwohl ihn die
meisten nur aus seinen Filmen kennen. Eine ganze Anzahl von Kämpfer
und Lehrer lässt sich wohl hier auflisten, die das Prinzip von Crosstraining
nutzen. Keiner kann das Rad neu erfinden. Mit dem Aufkommen von No Holds
Barred Fighting, hat man jedoch immer eine bessere Idee bekommen, was
wirklich funktioniert. Die Diskussion zwischen Sportfighting und Streetfighting
entflammt sofort und soll hier nicht weiter ausgeführt werden.
Probieren wir, die Philosophie von X-Training an den drei Schlagwörter
Athletizism, Combativeness, Dedication zu erklären.
Athletizism
Viele
Kampfsportler haben die Schizophrene Idee, sie seinen Kämpfer oder
Krieger. Die wenigsten sind es. Selbst die meisten "Strassenkampf
Experten" sind keine wirklichen Kämpfer. Sportfighter wie Thaiboxer,
Boxer und NHB kämpfer sind am ehesten Kämpfer oder Combat Athetes.
Sportler auf einem sehr hohen Level. Man braucht viel Durchhaltevermögen,
Wille und auch Kämpfergeist. Doch diese Anstrengungen und physische
wie auch psychische Kämpfe lassen sich noch lange nicht mit einer
Schlacht aus der Antike oder mit einem Krieg vergleichen.In unserer Gesellschaft
müssen wir uns gottseidank schon lange nicht mehr wirklich um unser
Leben fürchten wie im Mittelalter. Klar gibt es Situationen, in denen
man sich verteidigen muss, aber dies passiert doch verhältnismässig
wenig.
Der oft
gebrauchet Begriff "Streetfighting" ist wertlos. Wenn es sein
muss, muss man sich verteidiguen und gewinnen, dies ist klar. Schlägereinen
sind aber nicht ein Indikator für den Wert eines Kämpfers (die
es ja fast nicht mehr gibt). Wer sich in einem Ring gegen einen anderen,
trainierten Sportler stellt, der verdient Respekt.
Da wir aber kompromisslos kämpfen und auch trainieren wollen, müssen
wir körperlich und auch geistig fit sein. Es besteht keinen Unterschied
zu anderen Leistungssportarten. Eine breite Palette von Trainingsvarianten
muss man absolvieren, Ausdauertraining, Krafttraining, Sparring, Pratzentraining,
Sandsack, Seilspringen, Joggen...erst dann sind wir wirklich fit.
Als
Athlet muss man zu seinem Körper schauen. Die Ernährung spielt
eine Rolle. Man darf den Körper nicht zusätzlich vergiften mit
Schadstoffen, die man nicht braucht. Gewisse Genussmittel soll man nur
in Maas zu sich nehmen und man soll dem Körper genügend Zeit
geben, sich zu regenerieren. Trotzdem darf man den Bezug zur Realität
nicht verlieren und man soll sich von Zeit zu Zeit etwas gönnen.
Eine gute Mischung aus Athlet und Epikurrer (Genussmensch) ist sicherlich
wichtig.
Als Athlet soll man sich auch nicht vor anderen körperlichen Herausforderungen
drücken. Nicht jedermann ist polysportiv geboren, doch gegen ein
gelegentliches Freundschaftsspiel ist nichts einzuwenden.
Ein beträchtlicher Teil des Trainings soll also der Athletik gewidmet
werden. Viele Kampfsportschulen haben das Argument, dass man ja in der
Freizeit Fitness und Ausdauertraining betreiben kann und die Zeit im Gym
oder im Dojo soll rein nur den Techniken oder dem Kämpfen gewidmet
werden. Dem ist in den meisten Fällen nicht so. Darum soll gut ein
Viertel des Training reinen Ausdauer- , Kraft- und Koordinationsübungen
gewidmet werden.
Combativeness
Wir sind Sportler, die uns alles abverlange. Im Gegensatz zu vielen Kampfsportarten
wollen wir uns aber im Training und ev. auch in Wettkämpfen mit anderen
messen. Das heisst, dass wir kämpferisch Trainieren müssen.
Dies ist nicht etwa mit Brutalität gleichzusetzen. Alles was man
macht, sollte nach dem Prinzip von Aliveness, als Lebendigkeit trainiert
werden:
Aliveness besteht aus drei Komponenten, alles, das diese Komponenten
nicht abdeckt, ist nicht Alive:
1. Energy
Alles das man trainiert, soll gegen einen unkooperierenden Gegner gemacht
werden, der mit echter Kraft sich dagegen wehrt. Sämtliche Trainingsabläufe,
wo der Partner oder Uke, wie die Japaner sagen, nur hinhält und die
Technik über sich ergehen lässt, erfüllen das Prinzip von
Aliveness nicht.
2. Motion
Alle Bewegungen müssen aus der Bewegung gemacht werden. Niemand
bleibt stehen in einem Fight. Darum soll man sich bei allen Techniken
immer bewegen.
3. Timing
Timing ist eines der wichtigsten Attribute bei einem Fighter. Der Unterschied
zweischen einem BJJ Blaugurt und einem Schwarzgurt ist nur das Timing.
Jeder Schlag, jeder Tritt, jede Submission Technik funktioniert nur mit
gutem Timing. Darum sollen alle Trainingsformen ein Mindestmaas an Timing
haben.
Combativeness
heisst wiederum nicht Brutalität. Jeder von uns, oder zumindest die
meisten müssen am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen. Dies
soll uns aber nicht davon abhalten, combativ zu trainieren. Schutzausrüstung
ist ein wichtiger Teil im Training. Man kann auch lockeres Sparring betreiben.
Doch immer mit Kontakt.
Aus diesem Grund werden alle Elemente, die zum Crosstraining beitragen
ausschliesslich von Kampfsportarten bezogen, die Alive Trainieren: Boxen,
Thaiboxen, Ringen, BJJ, Sambo, Judo, Contact Stickfighting...
Dedication
Kampfsporttraining,
wie es hier beschrieben wird, ist kein Wochenendausflug. Man kann das
alles nicht an ein paar Seminaren lernen. Je mehr man sich mit der Materie
beschäftigt, desto mehr wird einem bewusst, was einem noch fehlt.
Immer mehr Aspekte kommen dazu und andere Aspekte fallen wieder weg, die
man sich jahrelang antrainiert hat. Dazu bracht es Hingabe. Hingabe bringt
uns dazu immer wieder ins Training zu gehen. In den Zug zu steigen und
4 Stunden zu fahren, um vielleicht 3 Stunden mit jemanden anderes zu trainieren
oder in ein anderes Land zu reisen, um besser zu werden. Hingabe ist kein
kurzfristiger Prozess. Viele Menschen fangen mit dem Kampfsport an, sind
unter Umständen sogar gut, doch die meisten hören wieder auf.
Wer sich richtig hingeben will, muss es langfristig betreiben. Natürlich
gibt es bei jedem Sportler Hochs und Tiefs, dies ist normal.
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