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Stilkunde
Submission Wrestling
Als
populärstes System des Grappling ist hier wohl Submission Wrestling
zu nennen, das sozusagen die Globalisierung des Grapplings darstellt.
Seit dem Beginn der großen Grappling Welle durch die Siege der Brasilianer
in den UFC hat sich das sportliche Grappling rapide entwickelt. Aus den
verschiedenen Grappling Künsten wurde alles verwendet, das nützlich
ist für diese Art des Kampfes. Jährlich finden in Abu Dhabi
die inoffiziellen Weltmeisterschaften im Submission Wrestling statt. Dort
messen sich die besten Athleten von Grappling Stilen unter gemeinsamen
Regeln.
Luta Livre
Am Anfang
des 20. Jahrhunderts trafen sich im Bootsclub Boquerao do Passeio kräftige
junge Männer um sich im Zweikampf zu messen. Zu Ihnen gehörten
Fausto Brunocilla, Tatu, Calmon und Alemao.
Sie trainierten zusammen insbesondere Bodenkampf, da sie aus der Vale
Tudo (regelloses Kämpfen) Erfahrung heraus wussten wie wichtig diese
Kampfdistanz im regellosen Kampf ist.
Die körperliche Kraft spielte hier anfangs eine wichtige Rolle,
da die meisten der ersten Luta Livre Kämpfer Ruderer oder Gewichtheber
waren.
Anfang der 70er Jahre beeinflusste Roberto Leitao die technische Entwicklung
im Luta Livre. Er hatte sich jahrelang mit Techniken des Judo ohne Kimono
befasst und studierte bei den verschiedenen Kampfsportschulen. Sein Fachwissen
über Hebel und Schwerkraftgesetze kam dem Ingenieur und Universitätslehrer
für Maschinenbau zu Gute.
Da
er von der Statur kleiner und nicht so stark war wie seine Trainingspartner,
brauchte er gute Techniken um sie zu besiegen. Er entwickelte nicht nur
einzelne Techniken sondern allgemeine Prinzipien die für alle Techniken
gelten.
Aus der nächsten Generation gingen Hugo Duarte und Eugenio Tadeu
hervor die die Techniken des Luta Livre wiederum an Marco Ruas und Daniel
d' Dane weitergaben.
Luta Livre konnte sich besonders gut in Kombination mit Thaiboxen auf
den Vale Tudo Turnieren in Rio durchsetzen.
Auch auf internationalen Turnieren stösst man immer wieder auf die
grossen Namen der neuen Generation: Cacareco ist Champion der IVC (International
Vale Tudo Championchip). Er trainierte unter Hugo Duarte.
Alexandre Franca Nogueira genannt Pequeno ist seit 4 Jahren Leightweight
Champion im Shooto in Japan. Er trainierte Luta Livre unter Eugenio Tadeu
und Daniel d'Dane. Jetzt hat er seine eigene Luta Livre Akademie im World
Fight Center in Niteroi und unterrichtet die nächste Generation.
Daniel
d' Dane brachte das Luta Livre 1995 nach Deutschland. Unter seinen ersten
Schülern waren der Headcoach der ELLO, Andreas Schmidt und 6 weitere
Sportstudenten.
Andreas gründete 2001 die ELLO (Europäische Luta Livre Organisation)
und sorgte somit für die europaweite Verbreitung des Sportes und
der Kunst. Er ist seit drei Jahren in Folge Europameister im Submission
Wrestling in der Klasse bis 87,9 kg und in der absoluten Klasse. Er gewann
alle Kämpfe durch gegnerische Aufgabe, aufgrund effektiv eingesetzter
Luta Livre Techniken, meist unter einer Minute.
Luta Livre in Europa bei Andreas Schmidt
und der ELLO.
Judo
1890
wurde Jigoro Kano geboren. Er entwickelte sich zu einem kleinen und eher
schwächlichen Knaben. Während seiner Schulzeit und im abschließenden
Studium wurde er deswegen sehr oft schikaniert und suchte einen Weg, um
sich zur Wehr setzen zu können. Im Jiu Jitsu fand er eine Möglichkeit,
sich zu wehren und seinen Körper zu trainieren. Er besuchte verschiedene
Schulen und lernte einige Stilrichtungen kennen. Da Ju-Jituskämpfe
in dieser Zeit sehr gefährlich waren und oft mit dem Tod eines Kontrahenten
endeten, machte sich Jigoro Kano Gedanken zu einem ungefährlichen
Wettkampfsystem.
Er stellte
ein System von Wurftechniken, Festhaltetechniken am Boden sowie Würge
- und Hebeltechniken zusammen zu einen Wettkampfsystem welches er Judo
(Der sanfte Weg) nannte. Er gründete das Kodokan Judoinstitut in
Japan, welches sich als Zentrum des Judo bis heute gehalten hat. Judo
verbreitete sich über die ganze Welt und wurde sogar olympische Disziplin.
Jigoro Kano hat sein Leben der Verbreitung des Judo gewidmet und unter
anderem einige Katas (Formen) festgelegt, welche in dieser Form noch heute
trainiert werden. 1938 ist Jigoro Kano auf der Überfahrt von Amerika
nach Japan auf dem Schiff an einer Lungenentzündung verstorben, aber
sein Judo hat bis heute nichts von seiner Popularität verloren. und
wird nach wie vor auf der ganzen Welt von Millionen Menschen betrieben.
Brazilian Jiu Jitsu - BJJ
Es gibt
wohl keine andere Kampfsportart, die das Kampfgeschehen in den 90er Jahren
so sehr geprägt hat wie Brazilian Jiu Jitsu. Carlos Gracie lernte
in den 20er Jahren japanisches Jiu Jitsu von Meister Matsuyo Maeda, einem
Japaner, der in Brasilien lebte. Carlos veränderte den Stil so, dass
er als kleiner Kämpfer gegen größere und stärkere
antreten konnte. Dies tat er auch. Er kämpfte gegen jeden aus allen
Stilen.
Er lernte das System auch seinen Brüdern, unter anderem Helio Gracie.
All diese Brüder lernten es ihren Söhnen und Verwandten weiter.
Gracie Jiu Jitsu ist darauf aufgebaut, was im richtigen Kampf funktioniert.
Schon damals waren in Brasilien "Vale Tudo" Kämpfe, die
sehr wenig Regeln hatten, sehr populär. Der Name Gracie wurde in
Brasilien sehr berühmt.
Keine
andere Kampfsportart war so vertraut mit dem Bodenkampf wie Brazilian
Jiu Jitsu.
In den 90er Jahren reiste Rorion Gracie, ein Sohn von Helio Gracie nach
Amerika, wo er versuchte sein System unter die Leute zu bringen. Dies
mit der Hilfe von seinen Brüdern Rickson, Royce und Royler. Durch
Kampfsport Magazine und Videos machten sie auf sich aufmerksam. Sie nahmen
jede Herausforderung von anderen Stilisten an und gewannen alle. Die Leute
liebten sie entweder oder haßten sie.
Mit
den ersten Ultimate Fighting Championchips wurden die Gracies weltberühmt.
Royce Gracie gewann mühelos die ersten zwei Turniere dieser Art in
Amerika und wurde als der beste "no holds barred" Kämpfer
gehandelt. Obwohl sein Bruder Rickson um einiges besser ist. Jetzt wollte
jeder Brazilian Jiu Jitsu lernen in Amerika und die Gracie Akademie in
Torrance, machte enormen Umsatz.
Viele Schwarzgurte aus Brasilien sahen die Chance und eröffneten
Schulen in Amerika. Die Amerikaner lernten sehr schnell den Bodenkampf
und es gab einen wahren Jiu Jitsu Boom. Rorion Gracie musste sogar den
Familienname rechtlich schützen. Mit der Zeit kamen neue Generationen
von brasilianischen Kämpfer, die sehr wohl ausgebildet waren in Brazilian
Jiu Jitsu, jedoch auch in Boxen und Thai Boxen. Dadurch wurden sie noch
besser für die Vale Tudo Wettkämpfe. Die Gracies wurden geschlagen,
und spielen bei den heutigen Kämpfen eine untergeordnete Rolle. Einzig
Rickson Gracie ist bis heute unbesiegt.
BJJ in der Schweiz beim Frota
Team
oder Team Basel
Sambo - Sombo
Sambo heisst
wortwörtlich übersetzt Selbstverteidigung ohne Waffen. Es ist
ein russisches Militär Nahkampf System, das vor allem die "Speznaz"
(= russ. Eliteeinheit) trainierten. Die Kunst wurde im frühen 20.
Jahrhundert geschaffen. Ein russischer Offizier ein neues Kampfsystem
schaffte, indem er asiatische Kampfsportarten und westliche Kampfsportarten
sowie das russische Ringen, das in jedem Teil Rußlands anders ist,
miteinbezog. Die Hauptbestandteile des Sambo sind Judo, Griechisch-Römisch
Ringen, Freistil Ringen, Mongolisches Ringen und Jiu Jitsu.
Sambo existiert in zwei Hauptformen:
1. Kombat Sambo
Dies ist ein sehr effektives Kampfsystem, das man vielleicht am ehesten
mit dem japanischen Jiu Jitsu vergleichen kann. Im Gegensatz zum Jiu Jitsu
wird aber viel kombativer Trainiert.
2. Sambo Ringen
Dies ist rein ein Sport. Man kann es vergleichen mit Judo und Freistilringen.
Die Spezialität des Sambo sind jedoch die Beinhebel, da bei den Wettkämpfen
die Würgetechniken verboten sind.
Weil
Sambo für die russischen Spezialeinheiten geschaffen wurde und weil
es andererseits als dynamischer Ringersport verwendet wurde, ist Sambo
nicht mit den anderen Kampfsportarten zu vergleichen. Weil es auf der
Strasse in einem echten Kampf keine Regeln gibt, werden diese auch nicht
ins Training miteinbezogen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt des Sambo ist Fitness. Weil ein gut trainierter
Mann schwieriger zu besiegen ist.
Sambo Wettkämpfe werden in einem runden Ring, wie im westlichen Ringen
ausgetragen. Die Kämpfer tragen Ringerschuhe und eine Jacke, die
dem Gi
ähnlich ist, genannt Kurtka. Der bekannteste Sambo Fighter ist Oleg
Taktarov.
Sambo in
der Scheiz bei Hervé Gheldman
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